
Am Samstag, dem 8. November fand die Jubiläumswallfahrt der Mitarbeiter der Caritas in der Hl. Martins-Kathedrale in Mukachevo statt. Der Tag war zugleich ein spiritueller Tag, an dem etwa einhundert Caritas-Mitarbeiter teilnahmen – darunter auch Angestellte von Rehabilitationszentren und Suppenküchen – aus verschiedenen Orten der Diözese.
Im Rahmen des Programms nahmen die Teilnehmer zunächst an einer Mini-Wallfahrt teil, deren sechs Stationen Gelegenheit zu Gebet und Besinnung über Fragen boten, die ihnen halfen, auf ihren Dienst und ihre inneren Beweggründe ehrlich zu reflektieren. An der ersten Station „WARUM?“ suchten sie nach den Gründen, was Motivation für den Dienst gibt (Liebe zu Gott oder Anerkennung durch Menschen?). Die zweite Station „FÜR WEN?“ zielte darauf ab, zu verdeutlichen, dass Jesus in jedem Bedürftigen gegenwärtig ist. Die dritte Station „MIT WEM?“ behandelte das Klären unserer Beziehungen zu den Mitarbeitern (kritisiere ich sie oder kann ich ihre Fehler verzeihen?). Die vierte Station „WIE?“ drehte sich um unsere eigene Integrität (helfen wir ohne Vorurteile, versuchen wir, die uns anvertrauten Güter gerecht zu verteilen?). Die fünfte Station „UND ICH?“ sollte auf das richtige Gleichgewicht zwischen Dienst und Privatleben hinweisen (wir haben die Pflicht, auf unsere körperliche und geistige Gesundheit zu achten, um auch weiterhin anderen helfen zu können). Die sechste Station fragte „WOHER?“ – für den Dienst braucht man Kraft, die man vor allem vom Gott und durch das Gebet schöpft.
Natürlich gelingt es niemandem, dies perfekt umzusetzen – dennoch liebt Gott jeden und akzeptiert jeden. Wichtig ist jedoch, dass jeder ehrlich mit seinen eigenen Beweggründen und Schwierigkeiten konfrontiert wird, denn nur so kann der Weg des geistlichen Wachstums beginnen. Wer nicht ehrlich zu sich selbst ist, kann leicht vom Weg abkommen – aber wer seine Schwächen anerkennt, erfährt stets die Hilfe Gottes.
Nach der Mini-Wallfahrt beteten die Pilger gemeinsam den Rosenkranz, daran folgte ein Vortrag von P. Arnold Hortobágyi OSB, die Anbetung des Allerheiligsten und eine Heilige Messe.



Pater Arnold machte in seinem Vortrag darauf aufmerksam, dass der Dienst der Caritas nicht nur eine Form der Hilfeleistung ist, sondern auch die Weitergabe von Hoffnung bedeutet. Er wies auf die inneren Motivationen der Helfenden, auf mögliche Schwierigkeiten sowie auf die Bedeutung der Selbsterkenntnis und der richtigen Grenzziehung hin. Er betonte, dass das Wesen der caritativen Haltung darin besteht, mit Freude, Bewusstheit und Glauben zu helfen.
Der Pater hob zudem hervor, dass wir zu reifen Christen werden müssen, um wirklich gute Helfer sein zu können. Das bedeutet, dass wir in diesem Stadium nicht mehr nur etwas von Gott erbitten, sondern Ihm dienen wollen. Bei der Hilfeleistung muss jedem Bedürftigen geholfen werden – auch jenem, der sich in seiner Nationalität oder in anderen Merkmalen von uns unterscheidet. Wir dürfen nicht über jene urteilen, die aufgrund eigener Fehler Unterstützung benötigen.
Am Ende seiner Rede dankte er dem Herrn dafür, dass Er uns gezeigt hat, wie zerbrechlich und zugleich reich das Herz eines helfenden Menschen ist. Er bat Gott darum, uns zu lehren, dass die Hilfeleistung kein Zwang, sondern ein klares, freies „Ja“ sei. In seinem Gebet erflehte er Kraft, damit das Helfen ohne Erwartung einer Gegenleistung geschehen könne – dass wir nicht nach Anerkennung streben, sondern aus der Stille der Begegnungen neue Kraft schöpfen.

Die Heilige Messe wurde von P. István Pogány, dem Vorsitzenden der Diözesankaritas Hl. Martin von Mukachevo zelebriert. In seiner Predigt betonte er, dass im Leben Jesu die Verkündigung des Evangeliums und die guten Werke untrennbar miteinander verbunden waren – und dass dies auch heute so ist: Dort, wo die Kirche authentisch wirkt, ist die Präsenz der Caritas selbstverständlich. Er machte darauf aufmerksam, dass die Ausübung der Barmherzigkeit im Namen Jesu geschieht und dass es die Sendung der Caritas ist, Jesus in jedem Bedürftigen zu erkennen.
Zugleich erinnerte er daran, dass Helfende nicht jedes Bedürfnis erfüllen, nicht jeden Hungrigen sättigen und nicht jeden Kranken heilen können. Doch das, was sie tun können, verrichten sie mit Liebe, Glauben und im Rahmen der ihnen gegebenen Möglichkeiten – zur Ehre Gottes und zum Wohl ihrer Mitmenschen.
Der Tag endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Dieses Treffen war von großer Bedeutung, da es die Möglichkeit bot, Probleme zu teilen und Erfahrungen auszutauschen. Am Ende des Tages machten sich die Teilnehmer geistlich gestärkt auf den Heimweg, bereit, ihren Dienst an den Bedürftigen weiterhin fortzusetzen.
